schreibe.dodere.info

Die Idee Bildung

Seit D.Schwanitz provakativ seine Vorstellung eines Bildungskanons in Form einer buchfuellenden These, dass Bildung vor allem oberflaechliches Geplaenkel auf Cocktailparties erleichtert (da man effektiv nur EIN Buch lesen muss - vorzugsweise "Der Mann ohne Eigenschaften" - um sich ueber Literatur zu unterhalten) und sowohl Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht (huebsche Frauen findet man vor allem im Museum), als auch laengerfristiges Beziehungsleben (Maenner sind typischerweise naive, binaer denkende Techniker und Frauen differenzierte Wesen mit Tiefgang) erst eigentlich ermoeglicht, denkt man auch ausserhalb des Elfenbeiturms mal wieder ueber den "Kanon" nach.

Der "Kanon"; war er frueher die Manifestation eines neuen Menschenbildes, des humanen, das menschliche Leben in allen Facetten verstehen wollenden und deswegen "gebildeten" Menschen. Der Kanon sollte dafuer das notwendige "Grundgeruest" an die Hand geben und uns vor eindimensionalem Expertengeschwafe und einer abgekanzelten, lebensfremden Akademie bewahren.

Mehr noch, sollten Buerger einer Gesellschaft allen ernstes muendig ihre Selbstbestimmung durchziehen, mussten sie das Zeug haben gewisse Argumente als schlichten Schwachsinn zu erkennen. Das war einmal. Grosse Bildungsinstitutionen unserer Zeit stehen im Wettbewerb und den ueberleben einstige Bildungsideale halt nicht. Universitaet, das heisst heute nicht mehr nur eine eng definierte Elite ausbilden.

Das heisst in der Humankapitalmassenproduktion vor allem viele Leute im Durchschnitt gut ausbilden. Man sollte mich hier nicht falsch verstehen. Die Ausbildung der Massen ist sowohl von einem politischen als auch von einem oekonomischen Standpunkt aus wuenschenswert. Nur: das einstige Bildungsideal geht dabei drauf.

Ich hoere schon die Proteste. Was rettet uns vor dem "Information overload", wenn nicht Bildung (oder im Slang der Unternehmensberater "Schluesselqualifikationen")? Richtig gedacht, aber eben die Anreize der Leute nicht miteingerechnet. Denn, Bildung im Klassischen Ideal war etwas Intrinsisches: Faust strebt danach die Welt in ihrem innersten zu Erkennen, verlaesst den Elfenbeintum und widmet sich dem Privatleben und spaeter der Politik und wird am Ende erloesst, weil er sein Streben nicht aufgab. Bildung im oekonomischen Sinne ist aber viel einfacher zu kriegen: man tut einfach so als ob man gebildet sei und dabei helfen einem die Unis. Sehen wir uns z.B. Harvarderen (Pferde, Schweine, mein erstes Lama, Hunde....), schoener Landschaft, ein paar Berge usw. Der Zug war auch nicht zu schnell unterwegs, so das der Wind ertraeglich war. Hatten auch etwas Sonne. Was ja auch recht klasse war. Dann nach der Zwischenstation in Alausi ging es eigentlich erst richtig los, um nicht zu sagen es wurde fenomenal. Es ging naemlich zur Nase, und zwar so richtig im Gebirge. Ich rede daa von ueber 3000m. Die Aussicht war grandios. Meine Fuesse waren an der Reling des Daches (wie ein Foto zeigt) und hatte einen Blick, der so ca. 500 bis 800m Senkrecht in die Tiefe reicht. Was fuer ein Ausblick. Wenn man bedenkt das die Waggons immer etwas geschaukelt haben, kann man verstehen das ich ein leicht mulmiges gefuehl hatte. Achterbahnfahren ist ein Dreck dagegen. Tja, wir hatten auch einen unplanmaessigen kleinen Zwischenstopp. Denn der Zug ist mal so kurz entgleist. Zum Glueck an einer ungefaehrlichen stelle:). Sind dann nach dem der Zug 1,5h vor und zurueck ist wieder weiter gekommen. Das eigentlich tolle daran waren die Touris die natuerlich alles genau gefilmt und Fotografiert haben. Weiss net was besser war, das Entgleisen oder die neugier der Menschen. Dann endlich nach ueber 7h unten angekommen sieht die Nase eigentlich eher wie ein Ei aus, ist aber trotzdem Impossant. Gut soviel zur Teufelsnase. Will euch nicht weiter langweilen, unten sind ein paar Bilder. Bis bald der halbgrieche. Liebe Gruesse vom Austauschbanditen .